14 Dezember 2018

Fotolia_FrauEffFrau Eff, Berufsbetreuerin… und die Stromnachzahlungen

Das Frühjahr ist die Zeit, in der ich mit böser Vorahnung die Jahresabrechnungen der Energieversorger aus den Umschlägen ziehe. Meist sind es dicke Briefe, die das Wichtigste in fetten 14-Punkt-Lettern aufführen: Die Nachzahlung. Da die Heizkosten meist vom Sozialamt oder Jobcenter übernommen wird, ist der interessanteste Posten die Nachzahlung für Strom. Die muss jeder meiner Betreuten aus

Fotolia_FrauEffFrau Eff, Berufsbetreuerin… und die rheinischen Lösungen

Drei Probleme an einem Tag und nur zwei Lösungen: Frau H., 88, ist in der vergangenen Nacht gestorben. So, wie sie es sich gewünscht hat, schnell und schmerzlos. In den vier Jahren, in denen ich die kinderlose Frau begleitet habe, gab es zwei Themen: Das Grab ihres Mannes Rudi und ihre eigene Beerdigung. Ihr Taschengeld im Pflegeheim verwendete Frau H. für die Neubepflanzung von Rudis Reihengrab, sowie für Taxifahrten zum Friedhof an seinem Geburtstag und an anderen Feiertagen. Ihre eigene Beerdigung hatte sie schon lange vor dem Umzug in Heim geregelt und bezahlt. Der örtliche Bestatter weiß, welche Blumen, welchen Sarg, welchen Pfarrer sie wünscht und wer eine Traueranzeige per Post erhalten soll. Auf dem Grabstein steht ihr Name bereits rechts neben dem von Rudi, nur das Sterbejahr fehlt noch. Die relativ hohen Kosten, sicher und zweckgebunden auf einem Treuhandkonto festgelegt, musste ich lange Zeit vor dem begierlichen Zugriff des Sozialamtes verteidigen. Mit ein bisschen Druck und paragraphenunterfütterten Argumenten gelang auch das. Nun sollten sich alle die Mühe und Vorsorge auszahlen, endlich mal keine Billigbestattung über das Ordnungsamt.

Fotolia_FrauEffFrau Eff, Berufsbetreuerin… und die modernen Kommunikationswege

Es erstaunt mich immer wieder, was alles möglich ist. Vor ein paar Tagen ist es Frau Eff innerhalb kurzer Zeit gelungen, einen Flug auf einen ausländischen Flughafen zu buchen, der am Tag sicher nicht mehr als fünf internationale Flüge landen sieht. Mit ein paar Klicks war es auch möglich, einen Mietwagen zu reservieren, der direkt in der Ankunftshalle übergeben wird. Dank Verbraucherschutz sind die Internetseiten für solche Aktionen und die online auszufüllenden Formulare dafür übersichtlich und selbsterklärend. Als ich gebucht hatte, bekam ich innerhalb von Sekunden eine schriftliche Bestätigung. Danach habe ich mich wieder den SGB II- und Wohngeldanträgen zugewandt, 16-seitige Fragebogenmonster auf muffigem Recyclingpapier, Vermieterbescheinigungen, Anlagen WEP, EK, VM. Die Welt könnte so einfach sein.

Fotolia_FrauEffFrau Eff, Berufsbetreuerin… und die Versorgungslücken

Dem beidseitig beinamputierte Betreuten Herr G. geht es nicht gut, er muss aus seiner Wohnung in die Kurzzeitpflege. Diese befindet sich praktischerweise direkt im Nachbargebäude, so dass der Pflegedienst, der ihn bisher betreut hat, Herrn G. im Rollstuhl dorthin fahren kann. Wenige Stunden nachdem dies geschehen ist, ruft mich das Pflegeheim an und verlangt nachdrücklich, ich solle bitte sofort Bekleidung für Herrn G. bringen. Man erwartet also von mir, dass ich mich ins Auto setze, elf Kilometer quer durch die Stadt fahre und meinen Betreuten mit frischer Unterwäsche versorge. Der Sozialdienst des Heimes, der für diese Heldentat lediglich 50 Meter überwinden müsste, sieht sich dazu nicht in der Lage.

Fotolia_FrauEffFrau Eff, Berufsbetreuerin… hätte etwas tun können.

Hubert ist tot. Umgefallen, tot. Maria, seine Freundin ist verzweifelt. Mir könnte das egal sein. Ich hatte nicht den Auftrag, mich um Hubert zu kümmern. Auf meinem Betreuungsbeschluss steht nur Maria, geistig behindert, 45 Jahre alt, drei erwachsene Kinder irgendwo, auch alle geistig behindert, ein weiteres Kind ist unter unklaren Umständen schon vor zwanzig Jahren gestorben.

Hubert lebte bei Maria, als ich sie vor zwei Jahren kennen lernte. Er hat es am Anfang vermieden, zuhause zu sein, wenn ich kam. Dann war er Weihnachten mal da, weil draußen das Wetter zu schlecht war für eine Flucht vor mir. Hubert war ein kleiner, magerer Mann, sanft und still, mit hängenden Schultern und flüsterleiser Stimme, kaum vierzig Jahre alt.

Fotolia_FrauEffFrau Eff, Berufsbetreuerin… und der externe Gutachter

Haben Sie Kinder? Ja? Dann stellen Sie sich vor, eines der Kinder hat Zahnschmerzen und große Angst vorm Zahnarzt. Glücklicherweise haben Sie vor einiger Zeit einen Zahnarzt gefunden, der Geduld hat und kindgerecht behandelt. Ihr Kind geht zwar immer noch nicht gerne in seine Praxis, es wehrt sich aber wenigstens nicht mehr mit Gebrüll und Tränen. Die aktuellen Zahnschmerzen haben ihre Ursache in einem entzündeten Backenzahn, das hat der kinderfreundliche Arzt schnell erkannt. Er verschreibt Antibiotika, damit die Entzündung etwas abklingt und der Zahn dann bald behandelt werden kann. Zwei Tage vor dem Behandlungstermin bekommen Sie plötzlich Post von Ihrer Krankenkasse. Die schreibt:

„Haben wir über Zahnarzt Dr. XY erfahren, dass Ihr Kind angeblich einen entzündeten Zahn habe, der mit unserem wertvollen Geld behandelt werden soll.

Fotolia_FrauEffFrau Eff, Berufsbetreuerin… und der externe Gutachter

Haben Sie Kinder? Ja? Dann stellen Sie sich vor, eines der Kinder hat Zahnschmerzen und große Angst vorm Zahnarzt. Glücklicherweise haben Sie vor einiger Zeit einen Zahnarzt gefunden, der Geduld hat und kindgerecht behandelt. Ihr Kind geht zwar immer noch nicht gerne in seine Praxis, es wehrt sich aber wenigstens nicht mehr mit Gebrüll und Tränen. Die aktuellen Zahnschmerzen haben ihre Ursache in einem entzündeten Backenzahn, das hat der kinderfreundliche Arzt schnell erkannt. Er verschreibt Antibiotika, damit die Entzündung etwas abklingt und der Zahn dann bald behandelt werden kann. Zwei Tage vor dem Behandlungstermin bekommen Sie plötzlich Post von Ihrer Krankenkasse. Die schreibt:

„Haben wir über Zahnarzt Dr. XY erfahren, dass Ihr Kind angeblich einen entzündeten Zahn habe, der mit unserem wertvollen Geld behandelt werden soll.