16 Dezember 2018

Fotolia_FrauEffFrau Eff, Berufsbetreuerin… wird beliefert

Es klingelt. Ich bin gerade mitten in der Rechnungslegung für Frau M. und es sind seit zwei Stunden unterm Strich 0,42 Euro zu viel. Zu viel! Wie ich das hasse. Es klingelt wieder, ich laufe zur Tür und bediene die Gegensprechanlage:
„Ja bitte, wer ist da?“
„Bofrost!“
„Ich hab nichts bestellt.“
„Doch, zweimal Riesengarnelen, einmal Knusperente, zweimal Rösti-Baguettes und einmal Waffelhörnchen.“
„Hab ich nicht bestellt, nie im Leben!“
„Sind Sie nicht Frau B.?“
„Nein, ich bin Frau Eff und ich habe nichts bestellt.“
„Frau B. hat aber Ihre Adresse. Wohnt die nicht hier?“
„Nein, aber ich bin ihre rechtliche Betreuerin und ich habe Ihnen geschrieben, dass Sie keine Bestellungen mehr von Frau B. entgegen nehmen sollen und sämtlichen Schriftwechsel wegen der Mahnungen mit mir führen müssen.“
„Warum denn das?“
„Weil Frau B. kaufsüchtig ist und den Tiefkühlkram weder braucht noch bezahlen kann.“
„Versteh ich nicht. Warum bestellt die das dann?“

 

Ich konnte Herrn Bofrost nach fünf Minuten dann doch abwimmeln und erfahre an der Service-Hotline der Firma, dass meine Schreiben lediglich dazu geführt haben, dass mein Büro als Liederadresse für Frau B.s Bestellungen ins System eingepflegt hatte.

So etwas kommt häufiger vor. Viele Anbieter sind nicht in der Lage, einem Kunden zwei Adressen zuzuordnen. Starrsinnig wird immer wieder der Betreute angeschrieben, obwohl ich mich dreimal mit der Bestellungsurkunde als Betreuerin ausgewiesen habe. Die Deutsche Rentenversicherung löst das Problem manchmal einfach dadurch, dass sie den Namen des Betreuten komplett löscht und mir dann sieben unterschiedliche Rentenbescheide alle auf meinen Namen und Adresse ins Büro flattern. Machen sie so etwas Mal rückgängig:

„Sind Sie nicht Frau Eff?“, fragt die Sachbearbeiterin in Berlin, als ich dort anrufe.
„Doch“, antworte ich, „aber ich bin nicht der Rentner.“
„Aber die Rentennummer stimmt doch!“
„Ja, aber der Name nicht.“
„Doch, Sie sind doch Frau Eff, das sagen Sie doch selbst, das ist schon alles in Ordnung. Genau so steht es auch hier.“
„So soll es aber nicht da stehen. Es geht um einen Mann, der am 21.04.1920 geboren wurde. Das kann ich gar nicht sein.“

Von Vodafone habe ich in der vergangenen Woche zwei komplette Starterpakete für einen DSL-Zugang bekommen, inklusive Modem und USB-Internetstick, obwohl ich nur eins an die Adresse eines Betreuten bestellt hatte. Meine telefonische Reklamation hat dazu geführt, dass gestern das dritte Paket für dieselbe Bestellung kam: „Sehr geehrter Kunde, durch ein Versehen unsererseits haben wir es versäumt, Ihnen Ihr Starterpaket zuzustellen.“
Hier beginnt jetzt das lustige Spiel „Waren-zurückschicken-die-man-nicht-bestellt-hat“.
FrauEff_ende