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23 Januar 2020

BildNachzahlungsansprüche seit dem 1.1.2013 geltend machen

Erwachsenen Personen in einem gemeinsamen Haushalt steht jeweils der Regelbedarf der Regelbedarfsstufe 1 (100 %) zu. Das Bundessozialgericht hat am 23. Juli 2014 in drei Verfahren (B 8 SO 14/13 R, 31/12, 12/13) entschieden, dass es nicht maßgeblich sei, ob ein eigener Haushalt vollständig oder teilweise geführt werde. Es genüge vielmehr, dass der Leistungsberechtigte einen eigenen Haushalt gemeinsam mit einer Person   gegebenenfalls mit Eltern oder einem Elternteil   führt, die nicht sein Partner ist. Geklagt hatten eine pflegebedürftige Frau, die von einer Freundin versorgt wird, sowie zwei geistig behinderte Menschen, die bei ihren jeweiligen Müttern leben.

altLSG Bayern: Rechtsschutz auch gegen bestandskräftige Rückforderungsbescheide

Wenn Berufsbetreuer bei ihrer Bestellung ein laufendes Zwangsvollstreckungsverfahren wegen Alg-2-Rückforderungen vorfinden, sollten sie sofort zwei Anträge stellen: auf Erlass der Forderung gem. § 44 SGB II und auf Überprüfung des zugrunde liegenden Aufhebungs- und Rückforderungsbescheides gem. § 44 SGB X, auch wenn dieser schon bestandskräftig geworden ist.

altSG Berlin: Zuschlag eine pauschale und keine mit der Hilfe zur Pflege deckungsgleiche Leistung

Je weiter entfernt die Tätigkeit einer Präsenzkraft in einer selbstorganisierten Pflege-Wohngruppe von grundpflegerischen und hauswirtschaftlichen Aufgaben ist, desto weniger spricht für Anrechnung des Wohngruppenzuschlages von 200 € gem. § 38a SGB XI auf die Leistungen der Hilfe zur Pflege des Sozialhilfeträgers. Auf diese Formel kann die Entscheidung des Sozialgerichts Berlin vom 26. Mai 2014 (S 212 SO 850/14 ER) gebracht werden, die die Anrechnung der Zahlung der Pflegekasse auf die Sozialhilfezahlung an den Pflegedienst untersagt.

BildBetreuer können bei Schlechtleistung auch Kündigung der Leistungsvereinbarung durch Leistungsträger erwirken

Die unzureichende Zusammenarbeit mit rechtlichen Betreuern rechtfertigt, zusammen mit anderen Leistungsmängeln, die Kündigung einer Leistungs- und Entgeltvereinbarung durch den Träger der Eingliederungshilfe. Das Sozialgericht Aachen stellte mit Urteil vom 29.04.2014 (S 20 SO 63/13) fest, dass eine Einzelfallhelferin im betreuten Wohnen nach Kündigung keinen sofortigen Anspruch auf den Neuabschluss einer Vereinbarung habe, nachdem gravierende Qualitätsmängel nachgewiesen wurden.

altLSGNRW: Mietvertragsabschluss kein Leistungsmissbrauch, wenn Miete tatsächlich gezahlt wird

Wenn behinderte erwachsene Kinder bei ihren Eltern wohnen, einen Mietvertrag abschließen und tatsächlich Miete zahlen, haben sie entsprechend ihres Bedarfes der Kosten der Unterkunft (KdU) einen Leistungsanspruch gegen die Kommune - im SGB XII und im SGB II. Nachdem das Bundessozialgericht den Anspruch für sozialhilfebedürftige Kinder von Hauseigentümern begründete (Entscheidungen des 8. Senates vom 14.04. und 25.08.2011, B 8 SO 18/09 und 29/10), hat das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen (LSGNRW) nun am 10. Februar 2014 auch eine entsprechende Entscheidung für Untermietverhältnisse getroffen, wenn die Eltern nicht leistungsbedürftige Mieter sind (L 20 SO 401/13).

altSG Chemnitz verpflichtet Leistungsträger zum Postversand an Berufsbetreuer

Betroffene haben einen  Anspruch darauf, dass sich Sozialleistungsträger im Verwaltungsverfahren direkt an ihre Betreuer wendet. Das Sozialgericht Chemnitz verpflichtete ein Jobcenter zur unmittelbaren Korrespondenz mit dem Berufsbetreuer; auf eine Postvollmacht oder einen Aufgabenkreis „Postangelegenheiten“ gem. § 1896 Abs. 4 BGB komme es nicht an. Auf die bisher nicht veröffentlichte Entscheidung wies der BdB hin.

altNeue Pflegeversicherungsleistung soll nicht auf Hilfe zur Pflege anrechenbar sein

Pflegebedürftigen Bewohnern von Wohngemeinschaften soll der gem. § 38a SGB XI gewährte Wohngruppenzuschlag in Höhe von 200,- € nicht auf ihre Ansprüche auf Hilfe zur Pflege angerechnet werden. Das Sozialgericht Halle (Saale) hat mit seinem Beschluss vom 06.03.2014 (S 24 SO 223/13 ER) als erstes Sozialgericht einem klagenden Wohngruppenbewohner die 200 € belassen. Allerdings