Zur Hauptnavigation springen Zum Inhalt springen Zur Fußnavigation springen

BildLSG Hamburg: Betreuer kann Unterbevollmächtigten schicken

Die Arbeitslosmeldung bei der Arbeitsagentur nach § 145 SGB III muss persönlich erfolgen. Es kann sich jedoch ein Vertreter persönlich melden, wenn der Betroffene wegen gesundheitlicher Einschränkungen nicht selbst bei der Arbeitsagentur erscheinen konnte. Das Landessozialgericht Hamburg wies mit Urteil vom 22.01.2014 (L 2 AL 2/11) die Auffassung zurück, ein Berufsbetreuer als Vertreter eines akut psychisch erkrankten Arbeitslosen könne die Meldung auch schriftlich vornehmen.

BildSteuerberater gehören nach dem Bundessozialgericht nicht zu den zugelassenen Bevollmächtigten

Während mit der Antragseinlegung jedermann beauftragt werden kann, dürfen im Widerspruchsverfahren geschäftsmäßig nur zugelassene Rechtsdienstleister tätig werden. Das Bundessozialgericht bestätigte die Zurückweisung eines Steuerberaters als Bevollmächtigten gem. § 13 Abs. 5 SGB X und § 3 Rechtsdienstleistungsgesetz in einem Verfahren über einen Widerspruch gegen die Nichtanerkennung als Schwerbehinderter gem. SGB IX (Urteil vom 14.11.2013, B 9 SB 5/12 R)

altBeratungsverpflichtung bei Anmeldung zur freiwilligen Versicherung

Eine gesetzliche Krankenkasse muss aus Anlass der Beitrittserklärung zur freiwilligen Krankenversicherung von Amts wegen prüfen, ob eine vorrangige Familienversicherung besteht und ggf. darauf hinweisen. Das Unterlassen dieser Prüfung und des Hinweises auf die beitragsfreie Familienversicherung begründet einen sozialrechtlichen Herstellungsanspruch des Versicherten, wie das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg mit Urteil vom 08.11.2013 (L 1 KR 268/11) feststellte.

altSG Frankfurt: kein Datenschutzhürde zwischen Betreuungsstelle und Sozialamt

Mit der Prüfung der Betreuungsbedürftigkeit durch die örtliche Betreuungsstelle als Bestandteil eines Betreuerbestellungsverfahrens erhält der örtliche Sozialhilfeträger Kenntnis vom sozialhilferechtlichen Hilfebedarf. Es kommt nicht mehr auf die formale Antragstellung beim Sozialamt an. Das Sozialgericht Frankfurt verpflichtete mit Urteil vom 27.9.2013 (S 30 SO 138/11) die Kommune als örtlichen Sozialhilfeträger zur Übernahme von Kosten einer Einrichtungsunterbringung ab dem Zeitpunkt, zu dem die Betreuungsstelle sich mit der Problemlage des Betroffenen befasste, die sowohl Betreuungs- wie auch Hilfebedürftigkeit auslöste (Korsakow-Syndrom).

BildAOK Rheinland-Pfalz/Saar akzeptiert Abtretung des Wohngruppenzuschlages

Die erste Pflegekasse nimmt eine direkte Auszahlung des Wohngruppenzuschlages gem. § 38a SGB XI an den Arbeitgeber der Präsenzkraft vor. Damit entfällt die bisherige Auszahlung an den Pflegebedürftigen selbst und Weiterleitung an den Pflegedienst, der die Präsenzkraft beschäftigt.

BildÜbereinstimmende Entscheidungen der obersten Bundesgerichte

Der Erstattungsanspruch des Mieters aus einer Betriebs- und Heizkostenabrechnung des Vermieters ist unpfändbar, wenn der Mieter Arbeitslosengeld II bezieht und die Erstattung deshalb im Folgemonat die Leistungen für Unterkunft und Heizung des Hilfeempfängers mindert. Mit diesem Urteil vom 20. Juni 2013 (IX ZR 310/12) schließt sich der Bundesgerichtshof der Entscheidung des Bundesozialgerichts vom 16. Oktober 2012 (B 14 AS 188/11 R) an, das ein Betriebskostenguthaben als einzusetzendes Einkommen eingestuft hat.

BildNicht qualifizierte Angehörige können keine Budgetassistenten sein

Im ambulant betreuten Wohnen können qualifizierte Bezugsbetreuer nicht durch Angehörige ersetzt werden. Das Bayerische Landessozialgericht bestätigte mit Urteil vom 16.05.2013 (L 18 SO 74/12) die Weigerung eines Sozialhilfeträgers, im Rahmen eines Persönlichen Budgets die Leistungserbringung durch die Schwester des Betroffenen zu finanzieren.