Zur Hauptnavigation springen Zum Inhalt springen Zur Fußnavigation springen
30 September 2020

Entlassmanagement der Kliniken contra rechtliche Betreuung

Seit September 2018 bietet der Bundesverband freier Berufsbetreuer den Service „Whistleblowing“ an. Zuletzt sah sich das Team des Whistleblowing Service vermehrt mit Anfragen konfrontiert, die die Zusammenarbeit mit den Sozialdiensten der Kliniken betrafen.

Der Hauptteil der Anfragen befasste sich mit der Problematik der Nachversorgung von Betreuten nach einem stationären Aufenthalt. Grundsätzlich ist zu beachten, dass sog. Verträge und Rahmenempfehlungen über die Krankenhausbehandlung zwischen den Landesverbänden der Krankenkassen und der Ersatzkassen mit der Landeskrankenhausgesellschaft bestehen, welche die Art und den Umfang der Krankenhausbehandlung regeln.

Die Verträge regeln unter anderem den nahtlosen Übergang von der Krankenhausbehandlung zur Rehabilitation oder Pflege. Maßgeblich hierfür ist die Grundsatznorm des § 112 SGB V.

Entgegen einiger Ansichten führt diese Norm nicht dazu, dass der Betreuer im Rahmen seiner Aufgabenkreise kein Mitspracherecht in der Entscheidung über die Nachversorgung der Betreuten hat. Auch führt § 112 SGB V nicht dazu, dass der Betreuer die Organisation der Nachversorgung seiner Betreuten ablehnen kann.

Wenn der Betreuer über die Aufgabenkreise Personensorge, Aufenthaltsbestimmungsrecht, Gesundheitsfürsorge, Wohnungsangelegenheiten u.a. verfügt, ist er mitverantwortlich für die Nachversorgung der Betreuten nach einem stationären Aufenthalt. Daraus folgt, dass weder der Sozialdienst der Kliniken ohne Kenntnis des Betreuers entscheiden kann wo der Betreute untergebracht wird, noch dass der Betreuer von der Mitwirkung entbunden ist.

Praxistip für unsere neuen Mitglieder:
Schwierigkeiten entstehen immer dann, wenn weder der Mitarbeiter des Sozialdienstes der Kliniken noch die rechtlichen Betreuer Ihre Aufgaben kennen. Wir empfehlen, sich rechtzeitig mit den Mitarbeitern der Sozialdienste der Kliniken in Verbindung setzen.

In einigen Bundesländern wird inzwischen eine sogenannte pauschale Beihilfe als Alternative zur individuellen Beihilfe für Beamte angeboten. Anstelle einer prozentualen Beteiligung des Dienstgebers an jeder einzelnen Rechnung wird hier ein Beitragszuschuss zur Krankenversicherung gewährt.

Das ist zunächst einmal sehr gut für bereits freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherte Beamte. Sie zahlen derzeit den gesamten Beitrag selbst, im Gegensatz zu Angestellten, die sich den Krankenversicherungsbeitrag mit Ihrem Arbeitgeber schon immer teilen. Diese Gruppe kann von der pauschalen Beihilfe tatsächlich profitieren, und an Sie ist dieses Angebot auch in erster Linie gerichtet.

Was bedeutet das für privatversicherte Beamte?

Für die meisten privat krankenversicherten Beamten bringt die pauschale Beihilfe große Nachteile. Um den Beitragszuschuss zu bekommen, müssen sie auf die Individualbeihilfe verzichten, also auf die prozentuale Beteiligung des Dienstgebers an den tatsächlichen Krankheitskosten. Sie müssten sich dann also entweder zu 100% in der privaten Krankenversicherung absichern oder in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Diese Entscheidung ist nicht umkehrbar!

Ein weiterer Nachteil  zeigt sich erst sehr spät. Denn die individuelle Beihilfe des Dienstherrn steigt je nach Lebenssituation auf bis zu 80 Prozent, entsprechend sinken die Beiträge für eine private Krankenversicherung. Insbesondere im Alter, speziell bei Pensionseintritt, wird die private Krankenversicherung deutlich billiger.

Vor einer Entscheidung für den Zuschuss mittels pauschaler Beihilfe, sollte Folgendes bedacht werden: Der Beitrag zur privaten Krankenversicherung steigt zum Teil erheblich. Wer also jetzt zu 50% oder gar nur zu 30% versichert ist, der muss seine vorhandenen Tarife auf 100% umstellen. Die Folge: Der Beitrag steigt um das Doppelte oder bei denen, die derzeit nur zu 30% versichert sind, um 70%, bei Kindern sogar um 80%!

Weniger Aufwand bei höheren Kosten.

Die pauschale Beihilfe bezieht sich nicht auf den tatsächlich gezahlten Beitrag bei der privaten Krankenversicherung, sondern nur auf den Betrag des sogenannten Basistarifes. Die meisten privat versicherten Beamten haben jedoch sogenannte Komforttarife. Diese bieten deutlich bessere Leistungen und sind daher naturgemäß auch teurer. Die Leistung des Basistarifes gleicht eher dem Leistungsumfang einer gesetzlichen Krankenversicherung und  ist deutlich geringer und billiger.

Selbst beim Wechsel in den Basistarif der privaten Krankenversicherung lauert eine Kostenfalle:  Im Basistarif ist nur eine Erstattung des 1,7-fachen Satzes der in der Gebührenordnung für Ärzte vorgesehenen Vergütung für ärztliche Leistungen möglich. Da der sogenannte Regelsatz aber bereits beim 2,3-fachen liegt, entstehen hohe Eigenanteile, die dann nicht mehr von der Beihilfe übernommen werden.

Für wen lohnt sich das Angebot?

Für Beamte, die bereits in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versichert sind und dort bleiben möchten, kann sich der Umstieg in die pauschale Beihilfe rechnen. Für die meisten privat Versicherten lohnt es sich hingegen nicht.

Im Pflegefall immer individuelle Beihilfe.

Im Falle einer Pflegeversorgung greift grundsätzlich die individuelle Beihilfe – auch  bei einem vorherigen Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung oder in den privaten Basistarif. Alle Pflegekosten müssen dann wieder individuell mit der Beihilfestelle abgerechnet werden.

Mit über 35 Jahren Erfahrung in der Beihilfeberatung sowie im Krankenkosten-Abrechnungsservice ist Medirenta die Nummer Eins in Deutschland. „Durch persönliche Beratung, schnelle und verlässliche Abwicklung und gute Kontakte zu nahezu allen beteiligten Stellen haben wir uns Vertrauen erworben, auf das Sie bauen können.“ verspricht Bruno Hohn, Gründer von Medirenta. Vom Standort Berlin aus arbeiten er und sein Team von Spezialisten bundesweit, amtlich zugelassen zur Rechtsdienstleistung gemäß Rechtsdienstleistungsgesetz (RDG).

logo medirenta

V.i.S.d.P.:

Gunda Staacke
Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
Medirenta Krankenkostenabrechnungs GmbH
Buckower Damm 114
12349 Berlin

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
+49 / 30 / 27 00 255

 

Der Anteil von Betreuten mit Migrationshintergrund steigt, gleichzeitig nimmt das familiäre Unterstützungspotenzial ab. Betreuer müssen sich diesen kulturellen, sprachlichen und rechtlichen Herausforderungen stellen. Die Autoren erläutern die Besonderheiten der Betreuung von Menschen anderer Herkunftsländer, stellen Best-Practice-Fälle der Betreuungsarbeit vor dem Hintergrund unterschiedlicher Kulturen vor.

Soeben ist in der Reihe "Textausgaben zum Sozialrecht" die Ausgabe zum Flüchtlingsrecht im Verlag des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. erschienen.

Die Textausgabe enthält die Rechtsgrundlagen für die Einreise und den Aufenthalt ausländischer Flüchtlinge in Deutschland. Neben dem Asyl- und Aufenthaltsrecht werden auf über 670 Seiten auch Auszüge aus dem Grundgesetz und aus einzelnen Sozialgesetzbüchern dokumentiert.

Neues Buch – nicht nur für Beamte

26 Geschichten rund um das Thema Beihilfe, das klingt zunächst nur mäßig spannend.
Für alle jedoch, die beruflich damit zu tun haben – wie z.B. Betreuer – , sind die kurzen, aber wahren Geschichten sehr interessant.

Versicherungstarife und Beihilfebestimmungen – das klingt für die meisten unserer Mitmenschen erst einmal trocken bis entsetzlich. Dass es aber auch bei solchen Themen spannende Aufgaben gibt, die es mit Engagement und Fachwissen zu bewältigen gilt, wird in diesem Buch anhand tatsächlicher Ereignisse kurzweilig illustriert.